Wege aus den Schulden – Wie komme ich aus der Schuldenfalle

Immer wieder liest man von der Schuldenfalle in Deutschland. Tausende von Bundesbürgern sind betroffen und immer mehr melden eine so genannte „Privatinsolvenz“ an. Teilweise sagt man sogar, dass Schulden „trendy“ geworden sind. Hört man sich beispielsweise an Schulen um, so kauft nahezu jeder Teeny sein neues Smartphone auf Pump oder surft im Internet, ohne auch nur einen ungefähren Überblick über die Kosten zu haben, die er verursacht.

So steht einem Schuldenberg nichts im Wege. Aber nicht nur junge Leute sind von dieser „Modeerscheinung“ betroffen! In Fachkreisen spricht man dann von Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit. Aber was genau ist Überschuldung? Und warum nimmt dieses Phänomen immer mehr zu? Aber das Wichtigste, was kann dagegen getan werden?

Was bedeutet Überschuldung?
Unter Überschuldung versteht man, dass Schulden (oder Verbindlichkeiten) bestehen. Diese Schulden sind höher, als das eigene Vermögen, also ist eine Begleichung nicht möglich. Ist das der Fall, muss jedoch nicht sofort ein Insolvenzverfahren beantragt werden. Als Schuldner ist man lediglich zahlungsunfähig.

Gründe
Mittlerweile gibt es viele Ursachen für Überschuldung. Unsere moderne Zeit ist schnelllebig. Ein Arbeitsplatz, der heute als unkündbar gilt, existiert morgen schon nicht mehr. Deshalb denken viele, dass sie sich doch das Traumauto schlechthin leisten können, da die Bank doch nur so verführerisch mit Krediten wirbt. Was aber, wenn das Unternehmen, für das man tätig ist, plötzlich keine Aufträge mehr bekommt und selbst schließen muss? Dann ist der feste und unkündbare Arbeitsplatz auf einmal nur noch ein Wunschtraum. Oder die wirtschaftliche Lage zwingt ein Unternehmen zur Kurzarbeit. Damit sinkt der erwartete Lohn erheblich, die Bank möchte jedoch trotzdem die Kreditraten pünktlich getilgt sehen. Somit kann der Einkommensverlust ein großes Schuldenrisiko in sich bergen.

Ein weiteres Feld sind Wertpapiere oder Immobilien. Der Wertverlust ist bei dieser Art von Einkommen oft nicht zu überschauen. Eine Immobilie wird durch ein Unwetter stark beschädigt oder Wertpapiere fahren Verluste ein. Somit ist ein erwarteter Gewinn auf einmal „pfutsch“ und das investierte Vermögen ist in kurzer Zeit verloren. Was dann noch bleibt sind Schulden.

Veränderte Lebensumstände können einen weiteren Grund für Schulden darstellen. An einem Tag lebt man z. B. in einer glücklichen Beziehung und denkt, alles ist in Ordnung. Geht man am nächsten Tag zum Briefkasten, können sich darin Scheidungspapiere vom Rechtsanwalt befinden. Somit steht die Welt plötzlich Kopf. Wurde dann nicht durch einen Ehevertrag die finanzielle Lage in einem solchen Fall abgesichert, kann viel Geld verloren gehen. Bei einem anderen Fall verstirbt der Partner vielleicht sehr plötzlich. Somit fehlt evtl. ein zweites Einkommen, was dazu führt, dass laufende Kosten nicht mehr gedeckt werden können.

Im schlimmsten Fall führt ein Unfall oder eine Erkrankung zum Schuldendesaster. Schnell steigen die Rechnungen für Ärzte oder Krankenhausaufenthalte. In solchen Fällen sind meist auch Spezialisten gefragt oder Sonderbehandlungen nötig, die in den seltensten Fällen von der Krankenversicherung abgedeckt werden. Also heißt es, den Sparstrumpf Plündern oder Schulden machen.

Manchmal wird leider auch der Traum von der Selbstständigkeit zum Albtraum. Gründungskosten sind hoch und Zuschüsse selten. Daher ist für die Meisten ein Kredit unausweichlich. Läuft dann das Geschäft nicht so, wie erhofft und fehlen Einnahmen, können Kredite samt angelaufenen Zinsen nicht mehr getilgt werden.

Außerdem ist es heute so leicht wie nie zuvor, Schulden von der Couch aus zu machen. Es wird ein völlig verdrehtes Konsumverhalten vermittelt. „Kaufe heute, bezahle morgen“ und andere Werbesprüche animieren nur so zum unkontrollierten Schuldenkauf! Somit wird dem Verbraucher regelrecht eingeimpft, seine Finanzen völlig aus dem Blick zu lassen. Das selbe trifft auf automatische Kontoabbuchungen zu, wie z. B. Versicherungsbeiträge oder Handyrechnungen.

Hilfe leicht gemacht
Das bisher Beschriebene soll jedoch keine Panik verursachen, sondern lediglich wieder dafür sensibilisieren, auf mögliche Risiken zu achten! Natürlich kann sich jeder selbst helfen, indem man einfach etwas vorsorgt.

Schließt man Kredite oder Verträge ab, sollte man sich die Mühe machen und auch das „Kleingedruckte“ lesen. Natürlich ist das mühsam, aber oftmals lohnt es sich. Außerdem sollte ein kleiner Haushaltsplan nicht fehlen. So können Ausgaben mit den erzielten Einnahmen verglichen werden. Wer sich die Arbeit macht, sieht schnell, ob an seinem Konsumverhalten etwas geändert werden muss! So können viel Stress und auch im Nachhinein entstehender Ärger erspart bleiben.

Sollten nun aber doch diverse Schulden aufgelaufen sein, darf nicht die „Vogel-Strauß-Methode“ zur Anwendung kommen. Es heißt jetzt, aktiv werden und etwas dagegen tun, solange man kann. Verbraucherzentralen oder auch Schuldnerberatungsstellen gibt es in fast allen größeren Städten und diese bieten Hilfe für jeden.

Schuldnerberater
Wenn man es nicht schafft, einen Überblick über seine finanzielle Lage zu bekommen, sollte der Gang zum Schuldnerberater auf dem Plan stehen. Dort wird sich dieser einen individuellen Überblick über die Vermögensverhältnisse verschaffen. Wenn möglich erstellt er auch einen Tilgungsplan. Das ist allerdings nur möglich, wenn Aussicht auf Schuldenbereinigung besteht.

Der Schuldnerberater wird ebenfalls die Gläubiger kontaktieren, um eventuell eine außergerichtliche Einigung zu erwirken. Leider stimmen diesem Vorgehen verständlicherweise aber nur sehr wenige zu. Aufgrund dessen wird meist ein Vergleich vor Gericht angestrebt. Wird dabei abermals keine Einigung erreicht, wird ein Insolvenzverfahren eingeleitet.

In einem solchen Insolvenzverfahren kann ein Schuldner innerhalb einer Zeit von sechs Jahren seine Schulden „abzahlen“. Somit steht einem Neubeginn nach dieser Zeit, die man Wohlverhaltensphase nennt, nichts mehr im Weg. Allerdings darf der Schuldner innerhalb dieser sechs Jahre keine neuen Schulden anhäufen.

Wie der Artikel zeigt, kann jeder schnell zu Schulden kommen. Wichtig ist dabei einfach Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Zum einen kann jeder versuchen, einen Überblick über seine Finanzen zu bewahren und zum anderen sollte man nie zu stolz sein, um auch Hilfe von staatlicher Stelle anzunehmen. Fazit: Die Schuldenfalle muss nicht automatisch zuschlagen!
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admin